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Sonntag, 6. Februar 2011

Die Nudelmaschine


Mit so einer elektrischen Nudelmaschine habe ich ja schon lange geliebäugelt – insbesondere, weil Kochfreundin Celi so ein Ding hat und neulich mal ganz appetitlich aussehende selbstgemachte Makkaroni via Facebook zeigte. Aber 300 Euro ist auch nicht gerade wenig für so ein Luxusgerät, wenns Nudeln ja auch einfach aus der Packung gibt. Und die Nudeln von De Cecco sind schon wirklich ganz große Klasse. Aber jetzt habe ich so ein Teil: eine simac pastamatic 700. Der entscheidende Hinweis kam von Celi: „Da gibt’s eine Userin bei chefkoch.de. Sie will ihre neuwertige simac tauschen gegen eine mechanische Nudelmaschine. Aber vielleicht verkauft sie die ja auch!“ Was Celi nicht wusste: Ich hatte noch eine ebenfalls neuwertige mechanische Nudelmaschine, ein misslungenes Geburtstagsgeschenk. Das Ding hatte ziemlich viele mehr oder weniger nützliche Aufsätze und nahm reichlich Platz weg. DIE Gelegenheit also. Schnell waren Fotos ausgetauscht und der Deal perfekt.



Drei Tage später stand die Maschine vor mir. Zunächst mal wurde sie komplett zerlegt und gereinigt. Dann die diversen Gebrauchsanweisungen studiert. Und dann gings auch gleich an den ersten Nudelteig. Dazu gibt es einen Maßbecher für die Flüssigkeit, die dem Mehl beigegeben werden muss. Einmal eine Skala für Wasser und eine zweite für Eier. Ich habe das „sowohl als auch“ ausgelegt, weil das Mischungsverhältnis in etwa auch dem handgemachten Teig entspricht, den ich mit der mechanischen Nudelmaschine verarbeite. Das Ergebnis war eine einzige Katastrophe. Der Teig viel zu klebrig, die Maschine total versaut. Alle Rettungsversuche gescheitert. Das war mal nix!


Scheiß Maschine? Weit gefehlt. Gestern habe ich den zweiten Versuch gestartet. Zunächst mal nur 125 gr. Hartweizengrieß und 125 gr. Weißmehl Typ 405. Und dieses Mal habe ich nur zwei Eier genommen – etwas mehr, als auf der Skala am Messbecher angegeben. Aber Versuch macht kluch! Vorne drauf den Aufsatz für Makkaroni. Die Maschine angeschmissen, vier Minuten laufen lassen. Und dann kamen da trockene, perfekt geformte Makkaroni raus. Und da war er wieder mal, einer dieser kleinen Glücksmomente. Sie sind der Grund, warum ich so gerne koche. Ich bin mir ziemlich sicher, dass alle anderen Nudelsorten, die mit dem Gerät gehen, genauso einfach und perfekt gelingen.


Zu den Nudeln habe ich gestern noch ein Ragut di Vitello gemacht. Und das geht so:


3 Kalbsschnitzel

1 Liter Kalbsfond

1 Stange Lauch

1 Stange Staudensellerie

2 Möhren

1 Zwiebel

3 Knoblauchzehen

1 Handvoll Kirschtomaten

1 Bund frischer Majoran

1 Glas Weißwein

Olivenöl

Zucker

Salz, Pfeffer


Im gusseisernen Topf das Olivenöl erhitzen. Lauch, Staudensellerie, Möhren, Zwiebel, Knoblauch würfeln und im Öl andünsten. Nach drei Minuten mit etwas Zucker karamellisieren. Jetzt kommen die gewürfelten Tomaten und der gehackte Majoran dazu. Mit einem Glas Weißwein ablöschen, den Alkohol verdampfen lassen. Jetzt den Kalbsfond angießen und das Gemüse gut 30 Minuten weichsimmern. Dann komplett durch die Flotte Lotte in eine Schüssel drehen. Kalbsschnitzel klopfen und in mundgerechte Stücke schneiden. Im gusseisernen Topf wieder Olivenöl erhitzen und das Fleisch portionsweise anbraten. Den Kalbs-Gemüsefond angießen und das Fleisch nochmal 30 Minuten bei offenem Deckel schön mürbe köcheln.

Kommentare:

  1. Hi Gerhard,
    ich spiele schon lange mit dem Gedanken, mir eine elektrische Nudelmaschine zuzulegen. Die mechanischen sind mir vom Kraftaufwand zu hoch.
    Du meinst also, dass sich die Investition lohnen wird? Ich habe leider keine zum Tauschen. :(

    Kann die Maschine auch Platten machen? Wieviele Aufsätze hast Du?

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  2. Hallo Arthurs Tochter .. : ) .. Ich habe bisher Maccaroni und gestern Spaghetti ausprobiert. Einfach wunderbar von der Konsistenz her. Sehr trocken und gut in der Weiterverarbeitung. Ich habe auch eine Matritze für Teigplatten und eine für Tagliatelle - beide noch nicht ausprobiert. Ich werde mir auf jeden Fall die Matritze für Fussili noch anschaffen. Der Aufwand inklusive der anschließenden Reinigung ist gering. Ich finde, das sich die Anschaffung lohnt.

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  3. Interessante Maschine, ich hab auch eine, aber da muss ich selbst kurbeln. Bin aber soweit zufrieden damit, weil ich nicht viel Nudeln selbst mache - außer Spätzle, da brauch ich aber keine Maschine.
    Ich mach manchmal breite Nudeln damit.
    übrigens gut gemacht dein blog, werd öfter mal reinschauen, vielleicht kann ich ja was lernen.
    Gruss Helga

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  4. Hallo Gerhard,
    Ich bin auch auf der Suche nach einer Nudelmaschine. Ich habe bisher die Marcato Atlas 150 im Auge, nach der Lesen eines anderen Blogs: http://www.nudelmaschine-test.de/
    Google hat mich zu dir geschickt, weil ich immer auch nach negativen Erfahrungen recherchiere. Was hat dir an deiner manuellen Nudelmaschine nicht gefallen?

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    1. Ich benutze die manuelle nach wie vor. Neulich habe ich aber tatsächlich mal einen Vergleich mit Tagliatelle (al salmone) gemacht zwischen manueller und maschineller Nudel. Die aus der Maschine hat einfach besser geschmeckt.

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  5. Hallo Gerhard,
    ich besitze ebenfalls die 700er, allerdings ohne Meßbecher (den hat der Vorbesitzer verloren *sigh*). Wäre es dir möglich, mir die auf dem Meßbecher genannten Maße für Wasser und Ei in Milliliter (ML) auszulitern? Damit könnte ich mir dann einen eigenen Meßbecher rekonstruieren :o)

    Danke im Voraus und fürs Lesen.
    Gruss,
    Bill

    mail: bill punkt smith at gmx punkt de

    PS: ich vermute du würdest nicht nur mir einen Gefallen damit tun. Es gibt einige Anfragen im Web bzgl der korrekten Mischungsverhältnisse.

    Zur Not würde es ein Photo der Meßbecherskala auch tun, mit einem ML-Wert als Referenz (??)

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    1. Ich messe de Messbecher und mach ein Foto davon : )

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  6. wow!!! endlich mal einer mit ideen!! ich habe heute dieselbe maschine erhalten. "mein" nudelteig aus dem therm*mix ging überhaupt nicht aus der maschine raus - ein geklebe ohne ende!!! das rezept aus dem anleitungsheft war eine katastrophe!!! morgen probier ich gleich deins aus!!!! ich hoffe echt es funktioniert genauso wie auf dem foto!!!! werde berichten!!!
    tausend dank schonmal!!!!! lg

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  7. Antworten
    1. Hallo Gerhard, habe deine Nudelteig 1:1 probiert,
      der war wirklich sehr klebrig. Was hast du denn für eine Gries genommen, es gibt ja auch den Italienischen extra für Pasta und wie groß sind die Eier.
      schne Grüße Manu

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    2. Ich nehme entweder Hartweizengrieß oder die italienische Variante - Semola di grano dure - das ist etwas feiner. Die Frage ist eigentlich nicht, welche Größe die Eier haben sollen, sondern wie viel Mehl die Eier brauchen, bis der Teig schön trocken, aber nicht zu fest ist. Das braucht etwas Übung.

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  8. Hallo Gerhard,

    Deinen Beitrag rufe ich seit ein paar Monaten immer mal wieder auf und habe mir endlich vorhin so eine Maschine im Eb.. ergattert. Jetzt warte ich gespannt auf mein Paket. Ich hatte ja ursprünglich eine von Häussler im Auge, aber das sprengt momentan einfach mein Budget, und ich vertraue mal einem italienischen Hersteller. Schließlich haben die Italiener die Pasta erfunden :-)

    Ich würde noch gerne wissen, ob der Teig fertig geknetet in die Maschine kommt, oder dieselbe auch das Kneten übernimmt. Muss denn der Nudelteig damit nicht ruhen? Ich möchte auch endlich mal eifreien Nudelteig herstellen und hoffe, dass das mit dem netten Maschinchen auch funktioniert :-)

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  9. Hallo Kerry, das mit dem Teig und dem richtigen Mischungsverhältnis ist Übungssache. Man gibt Mehl, Eier oder Wasser dazu. Jedenfalls kommt viel weniger Flüssigkeit rein, als wenn man den später ausrollt. Bröckelig muss der Teig sein. 4 Minuten durchmischen, dann durch die Matritze drücken lassen.

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  10. ich habw das gleiche Problem. Würde mich freuen wenn das Foto mit Skalierung zum Umrechnen noch vorhanden wäre ...

    bitte an: maveric213 at hotmail punkt de

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  11. Hallo Ihr Pastafaris, ich hab sehr lange Nudeln professionell gemacht und hab die große 6kg Maschine behalten (in meinem Ferienhaus) und für zu Hause eine 2,5Kg Maschine gekauft. Also auf 125 g Mehl 405 nehme man 125gr Hartweizengries fein (am besten "semolino di grano duro rimacchinato" = ein zweites Mahl gemahlen) es geht aber zB auch Aurora Hartweizengries fein. Dazu kommen 2 große oder 3 kleine Eier und ich füge gern einenen Teelöffel Olivenöl zu. Das Wassser messe ich nicht mit Meßbecher, sondern gebe es gaaaaanz langsam zu. Ihr müsst die Konsistenz des Teiges beobachten: Wenn der Teig nach einiger Mischzeit Klumpen von Walnussgröße oder Weintraubengröße bildet ist er auf jeden Fall zu feucht = Mehl oder HWG zufügen, ideal ist er wenn er Klümpchen wie große Erbsen bildet (Klümpchen wie Erbsen tres fines oder Linsen wären zwar noch besser aber wahrscheinlich überfordert Ihr damit die Simac). Noch ein Tipp Zu Beginn irgendeine Matritze einsetzen, dann bevor der Schieber gezogen wird, setzt man die gewünschte Matritze, die einige Zeit in richtig heißem Wasser vorgewärmt wurde, ein und erhält von Beginnn an Nudeln die nicht ausgefranzt sind
    Wicht

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  12. Sieht wunderbar aus. Wird Zeit, dass ich endlich eine Nudelmaschine bekomme :)

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  13. Mich hast Du jetzt auch überzeugt. Ich spiele schon lange mit dem Gedanken, mir eine Nudelmaschine zu zulegen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen

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  14. hallo zusammen, ich habe die simac 700 "geerbt" aber leider ohne Gebrauchsanweisung:-( kann mir da jemand von euch weiterhelfen?
    Vielen Dank Pia

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