Translate

Sonntag, 12. November 2017

Pici con Ragù di Anatra

Pici ist eine Pasta aus der Toskana. Diese Nudelsorte wird einzeln mit der Hand gerollt.
Ich komme mit meinem Kochblog so langsam in eine Phase, in der mein Repertoir sich seinem Ende zuneigt. Über zweihundert Rezepte habe ich inzwischen hier erfasst. Neue Blogposts kommen ab jetzt nur noch dazu, wenn ich etwas neues kennen lerne oder ich etwas aus meinem Repertoir in eine neue Variante bringe. Heute schreibe ich mal etwas zu einer neuen Nudelsorte, die ich jetzt kennen gelernt habe - durch einen Instagram-Post einer neuen lieben Freundin aus Hamburg. Es handelt sich um Pici. Das sind von Hand gerollte, dicke Spaghetti, die vor allem in der Toscana auf den Tisch kommen. Das besondere an der toskanischen Küche ist, das sie besonders rustikal ist. Klassisch isst man die Pici dort mit Wildschwein-Ragout. Ich habe mich für ein Enten-Ragout entschieden.


Was die italienische Küche auszeichnet - sie ist einfach und lebt von der Qualität der Zutaten.

Hier ein kleiner Überblick von der Vorbereitung bis zur Gabel.

Rezept für die Pici
250 Gramm Semolo di Grano dure
250 Gramm Weißmehl
5 Eier
1 EL Olivenöl
1 Prise Salz

Aus den Zutaten einen glatten, geschmeidigen und trockenen Teig kneten. Das braucht etwas Zeit und kräftige Arme. Ich knete den Teig etwa 15 Minuten. In ein Tuch schlagen und 30 Minuten ruhen lassen. Dann mit den Nudelholz ausrollen auf eine Dicke von 3 mm. Mit einem scharfen Messer schmale Streifen von dem Teig abschneiden. Die Streifen ohne die Zugabe von Mehl auf einem Holzbrett mit zwei Händen zu Spaghetti rollen. Ich beginne dabei in der Mitte und arbeite mich dann nach außen. Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, salzen und die Pici in fünf Minuten gar kochen. Abschütten und direkt mit dem Ragù mischen. Das ist zugegebenermaßen einiges an Aufwand. Aber Geschmack und Haptik dieser Pasta entschädigt die Mühe.

Rezept für das Ragù
2 Entenbrustfilets
1 Stange Staudensellerie
1 Karotte
2 Frühlingszwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 Dose Tomaten (vorzugsweise San Marzano)
1 Glas Rotwein
250 ml Entenfont
1 EL Orangenmarmelade
Salz, Pfeffer

Die Filets waschen und trocken tupfen. Die Haut vom Fleisch lösen und beiseite stellen. Das Fleisch mit einen scharfen Messer faschieren. Die erste Haut in eine heiße Pfanne legen und das Fett ausbraten. Rausnehmen und die erste Hälfte des faschierten Fleisches scharf anbraten. Rausnehmen und mit der zweiten Hälfte dieselbe Prozedur. Staudensellerie und Karotte reiben, Frühlingszwiebel und Knoblauch fein würfeln. In derselben Pfanne leicht anschwitzen, dann das angebratene Fleisch dazu geben. Den Rotwein angießen und reduzieren - in meinem Fall ein gehaltvoller Ripasso aus dem Valpolicella, den es dann später auch zum Essen gab. Dann kommt der Entenfont dazu, die Orangenmarmelade und die kleingehackten Tomaten. Am Ende mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ich habe dem Ragù sechs Stunden Zeit gegeben bei kleinster Hitze. Am Ende war das Fleisch sehr mürbe und die Soße homogen. Schmeckte fast wie französische Rillettes.

Ingesamt habe ich einen halben Tag Aufwand reingesteckt. Herausgekommen ist aber ein ganz besonderes Essen, wie man es bei italienischen Restaurants so gut wie gar nicht zu essen bekommen. Habe ich ganz sicher nicht zum letzten Mal gemacht. Und beim nächsten Mal dann mit Wildschwein :-)

Sonntag, 29. Oktober 2017

Canard à l' orange

Wer kennt die total lustige Szene aus dem Hollywood-Film L.A.-Story, in der der Hauptdarsteller (Steve Martin) für sich und seine neue, viel ezu junge Geliebte (Sarah Jessica Parker) versucht, einen Tisch zu reservieren im neuen Szene-Restaurant L' Idiot? Nach einigem Hin und Herr bekommt er den Tisch, Aber der Inhaber (Patrick Stewart) kanzelt ihn ab mit dem Hinweis: "Der bekommt nischt die Oont, der bekommt das Ühnschen!" Nun, ich habe mein Glück selbst in die Hand genommen und eine Canard à l' orange gemacht. Nicht ganz einfach, aber die Sauce ist einfach Hammer.

Zwei Stunden braucht die Zubereitung, aber insbesondere die Sauce ist einfach ein Gedicht.

Hier sind alle Zutaten für die Canard à l' Orange zu sehen.


Zutaten
1 küchenfertige Ente, 2 - 2,5 kg
5 Orangen
1 Gemüsezwiebel
1 Bund Suppengrün
500 ml Entenfond
2 EL Orangenmarmelade
1 EL Weißweinessig
5 EL Zucker
Speisestärke
Salz, Pfeffer

Backofen auf 200 Grad Umluft vorheizen. Ente von außen und innen salzen und pfeffern. Drei Orangen schälen und die Ente damit füllen, mit zwei Zahnstochern verschließen. Den Backofen auf 180 Grad runterregeln und die Ente 30 Minuten backen. Das Suppengemüse und die Zwiebel würfeln und zusammen mit 400 ml Fond zur Ente geben. Nochmal eine Stunde backen. Von den beiden verblieben, gut gewaschenen Orangen mit einem Sparschäler Zesten der Schale abhobeln. Die Orangen auspressen. In einem kleinen Topf fünf Esslöffel Zucker hellbraun karamellisieren. Saft, Essig und die Orangenzesten dazu geben und 20 Minuten köcheln lassen. Durch ein Sieb gießen und den Orangensud auffangen. Die Ente aus dem Ofen holen und warm stellen. Den Bratenfond ebenfalls durch ein Sieb gießen und zusammen mit dem Orangensud und der Marmelade aufkochen. Mit Speisestärke binden. Dazu gab es bei mir ein knackiges Baguette und tiefroten einen Bordeaux.

Sonntag, 17. September 2017

Spanisches Kaninchen - Conejo con Ajo

Bei Kaninchen - das muss ich zugeben - bin ich immer ein bisschen skeptisch. Zweimal habe ich mich daran versucht, und zweimal war ich mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden. Doch jetzt lag mal wieder ein küchenfertiges Teil auf meiner Arbeitsplatte. Und ich erinnerte mich an ein Kaninchen, dass ich mal in einem portugiesischen Restaurant im hessischen Kronberg gegessen hatte. Und das war wirklich wunderbar - kräftig gewürzt, das Fleisch mürbe und dazu eine herrliche dunkle Soße. Das war dann jetzt der Plan. Und diesmal ist er aufgegangen.

Zartes, mürbes Kaninchenfleisch, dunkle, runde Soße und mitgeschmorte Bouillon-Kartoffeln

Zutaten
1 küchenfertiges Kaninchen, 2 kg
1 Karotte
1 Stange Staudensellerie
1 Zwiebel
8 Knoblauchzehen
1 Zweig Rosmarin
ein paar Zweige Thymian
1 Glas Rioja
250 ml Hühnerbrühe
1 kg Kartoffeln
etwas Olivenöl
Salz, Pfeffer

Das Kaninchen in acht Teile schneiden, waschen, trocken tupfen. Das Gemüse putzen und würfeln. Die Blätter der Kräuter von den Stilen streifen und grob hacken. Die Kartoffeln schälen und längs vierteln. Die Kaninchen-Teile in einem Bräter mit etwas Olivenöl von allen Seiten kräftig anbraten, pfeffern und salzen. Die Gemüsewürfel dazu geben und auch etwas mitschmoren. Den Wein angießen und reduzieren lassen. Zum Schluss die Hühnerbrühe hinzugeben und die leicht gesalzenen Kartoffeln darauf verteilen. Dann ab mit dem geschlossenen Bräter für eine Stunde in den 200 Grad heißen Ofen. Nach Ende der Garzeit Kartoffeln und Fleischstücke aus dem Bräter entfernen und die Soße durch die Flotte Lotte drehen, mit etwas Mondamin binden.

Samstag, 14. Januar 2017

Nussecken von Cilem Gümüs

Beliebt für ihre Nussecken: Cilem Gümüs
Es ist mal wieder Zeit für einen Gastbeitrag. Diesmal kommt er von meiner Arbeitskollegin Cilem Gümüs, die als Kundenberaterin nicht nur gut mit Menschen umgehen kann, sondern auch beliebt ist im Kreis der Kollegen für ihre kulinarischen Kreationen. In der letzten Woche brachte sie Nussecken mit. 

Zutaten für ein Blech
300 Gramm Mehl
1 Teelöffel Backpulver
130 Gramm Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
2 Eier
150 Gramm Margerine
7 Esslöffel Aprikosenmarmelade
nochmal 100 Gramm Zucker
250 Gramm Butter
nochmal 2 Päckchen Vanillezucker
4 Esslöffel Wasser
200 Gramm gehackte Haselnüsse
200 Gramm gehackte Mandeln
1 Päckchen Blockschokolade

Aus Mehl, Backpulver, Zucker, Vanillezucker, Eiern und Margerine einen Knetteilg machen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech ausrollen. Den Teig mit der Aprikosenmarmelade bestreichen. In einem Töpfchen die Butter zerlassen, Zucker, die zwei Päckchen Vanillezucker und Wasser dazu geben und einmal kurz aufkochen lassen. Nüsse und Mandeln unterrühren. Die Masse gleichmäßig auf dem Teig vertelen. Bei 180 Grad Umluft 30 Minuten backen. Den abgekühlten Kuchen erst in Vierecke und dann diagonal in Dreiecke schneiden. Die Blockschokolade im Töpfchen bei niedriger Hitze flüssig werden lassen. Die Nussecken mit zwei Ecken eintauchen.

Freitag, 1. Juli 2016

Safran-Risotto mit Pfifferlingen

Sieht nicht nur sehr apetitlich aus, sondern schmeckt kraftvoll und trotzdem nicht penetrant.
Für die einen ist Risotto einfach eine Reispampe, für die anderen eine Offenbarung, wenn qualitativ gute Zutaten zum Einsatz kommen. Das gilt vor allem für die Brühe, in der der Avorio-Reis gegart wird. Hier ist der Kreativität keine Grenze gesetzt. Aber auch schon ganz profan mit Gemüse- oder Geflügel-Brühe bekommt der Reis schon ordentlich Wumms. Optisch besonders schon wird Risotto, wenn er mit Safran gemacht wird - wie im folgenden Rezept.

Zutaten
4 Tassen Avorio-Reis
1 Liter echte Brühe
1 Schalotte
150 Gramm Pfifferlinge
1 Glas Weißwein
1 Päckchen Safran
50 Gramm Butter
geriebener Grana Padano
Salz Pfeffer

Schalotte würfeln, Pilze putzen und in Stücke schneiden. Butter in einem Topf erhitzen, Schalottenwürfel und Pilzstücke kurz anschwitzen. Den gewaschenen Reis dazu geben und leicht glasig werden lassen. Den Weiß angießen und den Safran unterrühren und reduzieren. Bei mittlerer Hitze köcheln lassen und immer wieder Brühe dazugießen, damit der Reis nicht anbrennt. Diese Prozedur dauert rund 30 Minuten und ist für mich eine sinnliche Angelegenheit. Der Reis ist gar, wenn er noch ganz leicht Biss hat. Jetzt wird reichlich geriebener Grana Padano untergerührt. gegebenenfalls noch etwas Brühe dazugeben, der Reis soll am Ende cremig sein. Ich habe dazu einen Pino Grigio verwendet und auch getrunken.

Montag, 27. Juni 2016

Spaghetti amatriciana

Zu Spaghetti amatriciana passt ein guter Rotwein. Amarone IST ein guter Rotwein - wenn nicht der beste ..
Bei mir gehen die Mittagspausen in der Regel husch husch. Das gilt leider auch fürs Essen. Eine gepflegt kultivierte Verpflegung gönne ich mir deshalb immer abends. Meistens steht bei mir Pasta in den unterschiedlichsten Variationen auf dem Speiseplan. Das geht fast immer relativ fix, schmeckt super. Und weil ich sportlich aktiv bin, kann ich mir auch die abendlichen Kohlehydrate leisten. Eines dieser fixen, leckeren Abendessen sind Spaghetti amatriciana - also mit einer Sugo aus Tomaten, Zwiebeln und Speck. Erfunden wurde dieses Pastarezept in Amatrice im Latium. Und wenn wir ganz beim Original bleiben wollten, müssten es eigentlich Bucatini und nicht Spaghetti sein. Aber egal :-)

Zutaten für 4 Personen
500 gr. Spaghetti (oder Bucatini)
100 gr. Pancetta
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Schuss Rotwein 
200 ml Tomatenpürree
etwas Olivenöl
Salz Pfeffer

Wasser für die Pasta aufsetzen und zum Kochen bringen, dann salzen. In der Zwischenzeit Pancetta würfeln und bei mittlerer Hitze mit dem Olivenöl in einer Pfanne auslassen. Gewürfelte Zwiebel und feingehackter Knoblauch dazu kurz mit anschwitzen. Ein Schuss Rotwein dazu, reduzieren lassen. Das Tomatenpürree unterrühren. So lange leicht simmern lassen, bis die Spaghetti bissfest gegart sind. In einer Schüssel alles mischen, auf Tellern portionieren und nach Belieben mit Parmiggiano bestreuen. Dazu schmeckt ein kräftiger Rotwein.

Sonntag, 19. Juni 2016

Safran-Tagliatelle mit Sommertrüffeln

Safran-Tagliatelle mit Sommer-Trüffeln passen gut in die warme Jahreszeit.
Nach längerer Pause melde ich mich mal wieder mit einem Post. Heute gehts um Sommertrüffel. Die sind nicht ganz so wertvoll wie die berühmten schwarzen oder weißen Trüffel, riechen auch nicht so extrem aromatisch, schmecken aber wunderbar nussig. Zwei von ihnen gerieten mir jetzt per Zufall in die Hände. Meine Idee: Dazu mache ich Safran-Tagliatelle mit einer dezenten Käse-Sahne-Sauce.

Zutaten für 4 Personen
250 gr. Weißmehl, Typ 00
250 gr. Semolo di grano dure
2 Döschen gemahlenen Safran
5 große Eier oder 6 kleine
1 Schalotte
50 gr. Butter 
100 ml Weißwein
250 ml Sahne
300 ml Geflügelfond
3 Eigelbe
50 gr. geriebenen Parmiggiano
100 gr. Emmentaler
etwas Trüffelöl
Salz, Pfeffer

Die fünf Eier in eine Rührschüssel schlagen, den Safran dazu geben und mit dem Mixer gut unterrühren. Die Mehlmischung nach und nach hinzufügen und einen möglichst trockenen Teig kneten. 30 Minuten ruhen lassen. Dann mit der Nudelmaschine zuerst zu Teigplatten verarbeiten und daraus dann die Tagiatelle schneiden.

Butter in einer Stilkasserolle erhitzen und die fein gewürfelte Schalotte darin anschwitzen. Wein dazu geben und reduzieren. Dann Sahne und Geflügelfond dazu, ebenfalls auf 50 Prozent reduzieren. Die drei Eigelbe mit ein paar Löffeln des Suds und dem Parmiggiano verquirlen. Die Kasserolle vom Herd nehmen, die Ei-Käse-Mischung unterrühen, ebenfalls den geraspelten Emmentaler. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Tagliatelle in reichlich Salzwasser gar kochen. Das dauert bei der frischen Pasta zwei Minuten. Abschütten und in eine Schüssel geben, mit ein paar Spritzern Trüffelöl würzen, dann mit der Käsesahnesauce mischen. Auf Tellern anrichten und die Sommertrüffel drüber hobeln.