
Mit so einer elektrischen Nudelmaschine habe ich ja schon lange geliebäugelt – insbesondere, weil Kochfreundin Celi so ein Ding hat und neulich mal ganz appetitlich aussehende selbstgemachte Makkaroni via Facebook zeigte. Aber 300 Euro ist auch nicht gerade wenig für so ein Luxusgerät, wenns Nudeln ja auch einfach aus der Packung gibt. Und die Nudeln von De Cecco sind schon wirklich ganz große Klasse. Aber jetzt habe ich so ein Teil: eine simac pastamatic 700. Der entscheidende Hinweis kam von Celi: „Da gibt’s eine Userin bei chefkoch.de. Sie will ihre neuwertige simac tauschen gegen eine mechanische Nudelmaschine. Aber vielleicht verkauft sie die ja auch!“ Was Celi nicht wusste: Ich hatte noch eine ebenfalls neuwertige mechanische Nudelmaschine, ein misslungenes Geburtstagsgeschenk. Das Ding hatte ziemlich viele mehr oder weniger nützliche Aufsätze und nahm reichlich Platz weg. DIE Gelegenheit also. Schnell waren Fotos ausgetauscht und der Deal perfekt.

Drei Tage später stand die Maschine vor mir. Zunächst mal wurde sie komplett zerlegt und gereinigt. Dann die diversen Gebrauchsanweisungen studiert. Und dann gings auch gleich an den ersten Nudelteig. Dazu gibt es einen Maßbecher für die Flüssigkeit, die dem Mehl beigegeben werden muss. Einmal eine Skala für Wasser und eine zweite für Eier. Ich habe das „sowohl als auch“ ausgelegt, weil das Mischungsverhältnis in etwa auch dem handgemachten Teig entspricht, den ich mit der mechanischen Nudelmaschine verarbeite. Das Ergebnis war eine einzige Katastrophe. Der Teig viel zu klebrig, die Maschine total versaut. Alle Rettungsversuche gescheitert. Das war mal nix!
Scheiß Maschine? Weit gefehlt. Gestern habe ich den zweiten Versuch gestartet. Zunächst mal nur 125 gr. Hartweizengrieß und 125 gr. Weißmehl Typ 405. Und dieses Mal habe ich nur zwei Eier genommen – etwas mehr, als auf der Skala am Messbecher angegeben. Aber Versuch macht kluch! Vorne drauf den Aufsatz für Makkaroni. Die Maschine angeschmissen, vier Minuten laufen lassen. Und dann kamen da trockene, perfekt geformte Makkaroni raus. Und da war er wieder mal, einer dieser kleinen Glücksmomente. Sie sind der Grund, warum ich so gerne koche. Ich bin mir ziemlich sicher, dass alle anderen Nudelsorten, die mit dem Gerät gehen, genauso einfach und perfekt gelingen.
Zu den Nudeln habe ich gestern noch ein Ragut di Vitello gemacht. Und das geht so:
3 Kalbsschnitzel
1 Liter Kalbsfond
1 Stange Lauch
1 Stange Staudensellerie
2 Möhren
1 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 Handvoll Kirschtomaten
1 Bund frischer Majoran
1 Glas Weißwein
Olivenöl
Zucker
Salz, Pfeffer
Im gusseisernen Topf das Olivenöl erhitzen. Lauch, Staudensellerie, Möhren, Zwiebel, Knoblauch würfeln und im Öl andünsten. Nach drei Minuten mit etwas Zucker karamellisieren. Jetzt kommen die gewürfelten Tomaten und der gehackte Majoran dazu. Mit einem Glas Weißwein ablöschen, den Alkohol verdampfen lassen. Jetzt den Kalbsfond angießen und das Gemüse gut 30 Minuten weichsimmern. Dann komplett durch die Flotte Lotte in eine Schüssel drehen. Kalbsschnitzel klopfen und in mundgerechte Stücke schneiden. Im gusseisernen Topf wieder Olivenöl erhitzen und das Fleisch portionsweise anbraten. Den Kalbs-Gemüsefond angießen und das Fleisch nochmal 30 Minuten bei offenem Deckel schön mürbe köcheln.




