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Samstag, 19. März 2011

La Grappa im Kristalltürmchen


La Grappa ist umgezogen. Das heißt: Eine Aegidienberger Institution ist umgezogen. Und das ist schon ein echtes Ereignis in unserem 6.000-Seelen-Bergdorf. Und auch ein bisschen ein Politikum, denn der Aegidiusplatz hat jetzt noch eine Anlaufstation weniger.

Wie war La Grappa früher: Räumlich eng mit acht Tischen, raucher-gelber Rauputz, Terracotta-Imitat-Fliesen, Eiche rustikal. Ich bin da selten zum Essen gegangen. Aber die Pizza war immer super und wurde dann eben abgeholt und daheim gegessen.
Und wie ist es jetzt? La Grappa residiert jetzt im ehemaligen „Kristalltürmchen“. Das ist so eine Art Bungalow im mediterranen Stil mit Erkern, rot gedeckten Dächlein und dorischen Säulen, der in der fachwerkgeprägten mittelrheinischen Architektur der unmittelbaren Nachbarschaft schon etwas skurril wirkt. Innen strahlen die offene Dachkonstruktion und die dunklen Steinzeug-Fliesen Behaglichkeit aus. Die großzügige, offene Raumgestaltung erlaubt auch Einblicke in eine edelstahl-blinkende große Küche mit Gasherden und offenem Grill. Da lacht das Herz des Freizeitkochs!! .. : )

Vor allem hat La Grappa jetzt mindestens viermal so viel Platz. Am Freitagabend ist es krachvoll. Die Aegidienberger sind einfach dankbar für jedes neue Angebot. Gut dass ich einen Tisch reserviert habe. Ich vermisse die Vorspeisentheke aus dem „alten“ La Grappa. Und bei den üppigen Platzverhältnissen hatte ich auch auf eine Dessert-Theke gehofft. Auch ein Blick auf die neu gedruckte Karte zeigt mir das altbekannte Angebot. Da hätte ich jetzt mehr Innovation erwartet. Ein Wein-Sortiment suche ich im Getränke-Teil vergeblich. Ich habe aber auch nicht nach einer Weinkarte gefragt, weil ich Bierdurst habe.

Der Keller stellt ein Brotkorb mit sechs Scheibchen Giabatta und etwas Butter auf den Tisch. Für vier Personen etwas sparsam. Dann kommen Tomatensuppe, Lasagne, Tortellini al forno, Tagliatelle mit Garnelen und Taglierini ai porcini (für mich). Das Essen war in Ordnung, die Nudeln frisch gemacht. Ein bisschen schade finde ich, dass der Kellner leere Teller abräumt, während einer noch beim Essen ist. Aber am Ende 60 Euro für vier Personen mit jeweils zwei Gängen und allen Getränken ist und bleibt ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis.


Mein Fazit: 4 Sterne. Nach dem Umzug ins Kristalltürmchen ist La Grappa „alter Wein in neuen Schläuchen“. Ich meine, dass die Inhaber mehr machen könnten aus den neuen Räumlichkeiten und der Dankbarkeit der Aegidienberger für neue kulinarische Angebote. Für den fünften Stern muss noch was kommen .. : )

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Royal India


Das Royal India liegt für die Mittagspausen-Planung sehr günstig gelegen, weil nur 5 Minuten fußläufig von meinem Schreibtisch entfernt. Ich gehe aus mehreren Gründen gerne dahin. Das Royal India hat eine täglich wechselende Mittagskarte mit etwa 12 Teller-Gerichten zwischen 5 und 8 Euro. Mit im Preis ist wahlweise eine Tagessuppe oder ein kleiner gemischter Salat. Und Bedingung ist die Bestellung eines Getränks. Ich mach das sehr gerne, weil es hier eine schöne Auswahl verschiedener Fruchtschorlen gibt. Am liebsten mag ich Litschi-Schorle. Zu Fleisch oder Fisch mit Sauce und Gemüsen stellt die Bedienung Basmati-Reis auf den Tisch. Der ist so leicht, dass man ihn wegblasen kann. Und weil die Wartezeiten auf das ausgesprochen leckere Essen sehr überschaubar sind, sitz ich auch nach einer Stunde wieder an meinem Schreibtisch - mit einem super Nachgeschmack!! .. : )

Mehr Bewertungen gibts bei golocal.de

Samstag, 12. Februar 2011

Mongolischer Grill


Gestern war ich mal wieder chinesisch essen. Und es waren diesmal nicht die üblichen 8 Kostbarkeiten, sondern "mongolischer Grill". Warum es mit so gut geschmeckt hat, habe ich hier aufgeschrieben.

Sonntag, 6. Februar 2011

Die Nudelmaschine


Mit so einer elektrischen Nudelmaschine habe ich ja schon lange geliebäugelt – insbesondere, weil Kochfreundin Celi so ein Ding hat und neulich mal ganz appetitlich aussehende selbstgemachte Makkaroni via Facebook zeigte. Aber 300 Euro ist auch nicht gerade wenig für so ein Luxusgerät, wenns Nudeln ja auch einfach aus der Packung gibt. Und die Nudeln von De Cecco sind schon wirklich ganz große Klasse. Aber jetzt habe ich so ein Teil: eine simac pastamatic 700. Der entscheidende Hinweis kam von Celi: „Da gibt’s eine Userin bei chefkoch.de. Sie will ihre neuwertige simac tauschen gegen eine mechanische Nudelmaschine. Aber vielleicht verkauft sie die ja auch!“ Was Celi nicht wusste: Ich hatte noch eine ebenfalls neuwertige mechanische Nudelmaschine, ein misslungenes Geburtstagsgeschenk. Das Ding hatte ziemlich viele mehr oder weniger nützliche Aufsätze und nahm reichlich Platz weg. DIE Gelegenheit also. Schnell waren Fotos ausgetauscht und der Deal perfekt.



Drei Tage später stand die Maschine vor mir. Zunächst mal wurde sie komplett zerlegt und gereinigt. Dann die diversen Gebrauchsanweisungen studiert. Und dann gings auch gleich an den ersten Nudelteig. Dazu gibt es einen Maßbecher für die Flüssigkeit, die dem Mehl beigegeben werden muss. Einmal eine Skala für Wasser und eine zweite für Eier. Ich habe das „sowohl als auch“ ausgelegt, weil das Mischungsverhältnis in etwa auch dem handgemachten Teig entspricht, den ich mit der mechanischen Nudelmaschine verarbeite. Das Ergebnis war eine einzige Katastrophe. Der Teig viel zu klebrig, die Maschine total versaut. Alle Rettungsversuche gescheitert. Das war mal nix!


Scheiß Maschine? Weit gefehlt. Gestern habe ich den zweiten Versuch gestartet. Zunächst mal nur 125 gr. Hartweizengrieß und 125 gr. Weißmehl Typ 405. Und dieses Mal habe ich nur zwei Eier genommen – etwas mehr, als auf der Skala am Messbecher angegeben. Aber Versuch macht kluch! Vorne drauf den Aufsatz für Makkaroni. Die Maschine angeschmissen, vier Minuten laufen lassen. Und dann kamen da trockene, perfekt geformte Makkaroni raus. Und da war er wieder mal, einer dieser kleinen Glücksmomente. Sie sind der Grund, warum ich so gerne koche. Ich bin mir ziemlich sicher, dass alle anderen Nudelsorten, die mit dem Gerät gehen, genauso einfach und perfekt gelingen.


Zu den Nudeln habe ich gestern noch ein Ragut di Vitello gemacht. Und das geht so:


3 Kalbsschnitzel

1 Liter Kalbsfond

1 Stange Lauch

1 Stange Staudensellerie

2 Möhren

1 Zwiebel

3 Knoblauchzehen

1 Handvoll Kirschtomaten

1 Bund frischer Majoran

1 Glas Weißwein

Olivenöl

Zucker

Salz, Pfeffer


Im gusseisernen Topf das Olivenöl erhitzen. Lauch, Staudensellerie, Möhren, Zwiebel, Knoblauch würfeln und im Öl andünsten. Nach drei Minuten mit etwas Zucker karamellisieren. Jetzt kommen die gewürfelten Tomaten und der gehackte Majoran dazu. Mit einem Glas Weißwein ablöschen, den Alkohol verdampfen lassen. Jetzt den Kalbsfond angießen und das Gemüse gut 30 Minuten weichsimmern. Dann komplett durch die Flotte Lotte in eine Schüssel drehen. Kalbsschnitzel klopfen und in mundgerechte Stücke schneiden. Im gusseisernen Topf wieder Olivenöl erhitzen und das Fleisch portionsweise anbraten. Den Kalbs-Gemüsefond angießen und das Fleisch nochmal 30 Minuten bei offenem Deckel schön mürbe köcheln.

Samstag, 5. Februar 2011

Ratatouille


Dieses Pfannengemüse aus der Provence ist DIE Empfehlung für Koch-Dilettanten unter den Herren der Schöpfung, wenn sie mal bei einer Frau groß auftrumpfen wollen. Das gilt für den Single, der sich nicht mal an ein Spiegelei traut, oder den verheirateten Macho, der die warme Mahlzeit für die Gattin als großherzige Geste versteht. Ratatouille sieht großartig aus, schmeckt super, beeindruckt bei der Zubereitung und kann nicht schief gehen .. : ) .. Warum?

Erstens sind die Zutaten überall zu bekommen.


Zweitens müssen diese Zutaten einfach nur von guter Qualität sein. Dann schmeckts auch zu einhundert Prozent.


Drittens ist die Zubereitung einfach nur einfach.


Viertens ist das sogar für Männer kein Multitasking-Kraftakt – souverän schnippeln UND gleichzeitig charmant mit der Dame des Herzens parlieren.


Und was braucht der Mann?


1 grüne, 1 rote und 1 gelbe Paprikaschote

1 Zucchini

1 Aubergine (muss aber nicht unbedingt)

1 Pfund reife Tomaten

1 Gemüsezwiebel

3 Knoblauchzehen

1 Lorbeerblatt

1 Zweig Thymian

1 Zweig Rosmarin

2 Esslöffel Paprika edelsüß

Meersalz, Pfeffer aus der Mühle

etwas Olivenöl


In einen Topf oder eine Pfanne (ich steh ja inzwischen total auf Gusseisen) das Olivenöl geben und erhitzen. Die Zwiebel grob hacken und darin glasig dünsten, gehackte Knoblachzehen dazu geben. Zucchini schälen, würfeln und dazu geben, ebenso die Aubergine. Die Paprikaschoten waschen, entkernen, würfeln und ab in den Topf. Tomaten mit einem scharfen Messer einritzen, mit kochendem Wasser überbrühen, die Haut abziehen, halbieren, entkernen, würfeln und auch zum anderen Gemüse geben. Kräuter grob hacken und mit dem Lorbeerblatt unter das Gemüse mischen. Mit Paprika, Pfeffer aus der Mühle und Meersalz würzen. Das Ratatouille braucht jetzt noch etwa 20 Minuten bei geringer Hitze. Dann ist es fertig.


Mit knackigem Baguette reichen. Schmeckt auch zu gegrilltem Fleisch oder Fisch. Ich habe gestern Entenbrustfilets dazu gemacht.

Donnerstag, 13. Januar 2011

Arme Ritter auf italienische Art


Wie dieses Gericht auf italienisch heißt, weiß ich nicht. Entdeckt habe ich diese italienische Variante der "Armen Ritter" in dem Hollywood-Movie Mondsüchtig. Als Witwe Loretta Castorini steht Cher für meinen Geschmack sehr authentisch in der Küche vor dem Herd und kocht. Sie gibt in eine gusseiserne Pfanne reichlich Butter, schneidet von einem Giabatta Scheiben in 3 cm Dicke ab, zerrupft das weiche Innere, legt die Scheiben in die schaumige Butter und schlägt jeweils ein Ei rein. Zwei Minuten von der einen Seite, zwei Minuten von der anderen - bis die Armen Ritter knusprig goldbraun gebacken sind. Dazu gibts einen grünen Salat mit Zwiebeln in Essig und Öl.

Schnell, unaufwendig, lecker und einfach perfekt, wenn man mal improvisieren muss!

Sonntag, 2. Januar 2011

Fondue Bourguignonne


Iberico-Filet, Maredo-Hüfte und Shrimps, Soßen alle selbstgemacht.
Fondue hatte in den 70er Jahren ja einen richtigen Hype. Die Deutschen begannen in der Zeit, eine internationale Esskultur zu entwickeln. Und für die französische Lebensart stand das klassische Fleischfondue mit vielen verschiedenen Saucen und Beilagen, für dass sich die Herrschaften am Tisch richtig Zeit nahmen. Ich erinnere mich auch an die Banausen, die sich 3 Fleischstücke gleichzeitig auf die Gabel steckten und sich letztens dann doch am Brot satt aßen. In den 80er und 90er Jahren kam Fondue dann völlig aus der Mode. Meine Kinder hatten vor Jahren irgendwann im Küchenschrank ganz hinten das eigentlich todschicke WMF-Fondue entdeckt und wollten es unbedingt ausprobieren. So wurde daraus eine Silvester-Tradition. So auch vorgestern am letzten Tag des Jahres 2010. Und dabei kam folgendes zum Fonduetopf auf den Tisch:

400 gr. feines Rindfleisch von der Färse

400 gr. Schweinefilet

250 gr. Riesengarnelen

1 Schüssel gemischter Salat

1 Schüssel Waldkräutersalat

2 Giabatta

Salzstreuer + Pfeffermühle

3 Dips (mehr brauche ich eigentlich nicht)


Salsa

2 Chili-Schoten
1 grüne Paprikaschote

1 Pfund Kirschtomaten

1 Möhre

2 Knoblauchzehen

1 große Zwiebel

süßes Paprikapulver

Kreuzkümmel

1 Esslöffel schwarze Pfefferkörner

Salz

Olivenöl


Gemüse putzen und würfeln.Olivenöl in einem Topf erhitzen. Das Gemüse darin leicht andünsten -
bis auf die Tomaten. Die kommen nach 5 Minuten mit den Pfefferkörnern dazu. Mit dem Paprika-Pulver und dem Kreuzkümmel würzen und salzen. Das Ganze eine gute halbe Stunde köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. Alles durch die Flotte Lotte drehen und nochmal bei ganz kleiner Flamme reduzieren, bis eine sämige Paste entsteht.

Aioli
1 Eigelb
1 Esslöffel weißer Balsamico
1 Teelöffel Dijonsenf
1 Knoblauchzehe
Distelöl
Salz Pfeffer

Knoblauchzehe ausdrücken und mit allen Zutaten bis auf das Öl in eine schmale, hohe Schüssel geben. Mixer mit einem Stab ausstatten, in die linke Hand nehmen und die Zutaten mischen. In die rechte kommt die Flasche mit dem Öl. Dieses in einem dünnen Strahl während dem Mixen so lange beifügen, bis eine feste Mayonnaise entstanden ist.

Remoulade
Wieder eine Mayonnaise machen nach der Methode oben, allerdings kommt kein Knoblauch rein. Stattdessen werden feingehackte Kräuter in die fertige Mayonnaise gerührt.

Was die Silvester-Tradition anbelangt: Ich bin mir ziemlich sicher, dass das in der Konstellation so zum letzten Mal stattgefunden hat. Die Zeiten ändern sich.